Ausgabe 1/2017 (Februar)

Editorial

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

die Bundesregierung hat vor wenigen Wochen in ihrer Neuauflage der Nachhaltigkeitsstrategie für die Agenda 2030 auf die unverminderte Gefahr, die von der weiter hohen Flächenneuinanspruchnahme für eine nachhaltige Entwicklung in Deutschland ausgeht, wiederholt hingewiesen und empfohlen, die bisherigen Ansätze in diesem Bereich weiter zu entwickeln. Besondere Erwähnung im Dokument finden die Ergebnisse der BMBF-Fördermaßnahme REFINA; quasi ein Vorgängerschwerpunkt der Innovationsgruppen, der zwischen 2006 und 2012 wichtige Erkenntnisse und Instrumente zum nachhaltigen Flächenmanagement beigesteuert hat. Die Fördermaßnahme, so die Autoren der Nachhaltigkeitsstrategie, habe das Thema Flächenreduktion überhaupt erst im politischen Diskurs verankert. Diese Herausstellung des REFINA-Schwerpunktes in der Nachhaltigkeitsstrategie stellt ein lesbares Zeichen wirksamer Forschung dar, die auch auf der politischen Ebene Erwähnung findet. Sehr schön ablesbar ist dabei auch: Forschung für einen sorgsameren Umgang mit der Ressource Land erzeugt einen Widerhall, auch und gerade bei jenen Zielgruppen, die Nachhaltigkeitsforschung auch erreichen möchte: politische und wissenschaftspolitische Spitzengremien. Zu bemerken ist dabei allerdings auch, dass seit dem Ende von REFINA mittlerweile fünf Jahre vergangen sind, was zeigt, dass es Zeit braucht, um einen wirksamen Impact zu messen.

Viel Vergnügen bei der Lektüre des Newsletters wünscht
i.A. des wissenschaftlichen Begleitvorhabens
Sebastian Rogga

 

 

Die PDF-Version des Newsletters erhalten Sie hier.

 

>>> SAVE THE DATE: Statuskonferenz der Innovationsgruppen / 04.-05.12.2017 in Berlin  <<<

Inhaltsverzeichnis

 

1. Neuigkeiten aus den Innovationsgruppen

2. Interview: 4 Fragen an…Tanja Nietgen von der innovationsgruppe EnAHRgie

3. Neuigkeiten des wissenschaftlichen Begleitvorhabens

4. Lesestoff: Der „Integration and Implementation Insights“ Wissenschaftsblog – www.i2sinsights.org

5. Medienecho

6. Publikationen

7. Ausschreibungen

8. Termine

 

 

1. Neuigkeiten aus den Innovationsgruppen

Bäume pflanzen für Forschung und Teamgeist – AUFWERTEN Praxis-Team-Tag im Süd-Brandenburgischen Peickwitz

Auf den Flächen des Landwirtschaftsbetriebs Domin – Praxispartner im Projekt AUFWERTEN – wurde eine Anlage eines Wertholz- und „Fruchtstreifens“ in die Praxis umgesetzt. Nach intensiver Vorplanung wurden am 24. November 2016 ca. 250 Bäume und Sträucher wie Kirsche, Felsenbirne, Kirschpflaume, Walnuss, Pappel, Schwarzdorn und Kornelkirsche durch die Projektgruppe AUFWERTEN gepflanzt – ein wirklich verbindendes und  lehrreiches und transdisziplinäres Erlebnis.

Die dahinter stehende Idee war es, die Anlage einer weiteren, langfristig wirkenden Windschutzmaßnahme mit der Erweiterung der Produktpalette des Landwirtschaftsbetriebes zu kombinieren. Thomas Domin, Landwirt und Leiter des Familienbetriebes, verfügt über ca. 270 ha landwirtschaftliche Nutzfläche, wozu auch 24 ha Dauergrünland und 5 ha Dauerkulturen in Form von neun Agrarholzstreifen zählen. Letztere ermöglichen sowohl auf Acker als auch auf Grünland eine agroforstliche Wirtschaftsweise.

Quelle: Biomasse Schraden e.V.

 

Bis eine Nutzung des Wertholzes möglich ist, dauert es mehrere Jahrzehnte. Bereits in den nächsten Jahren können aber schon Früchte geerntet und auf dem Hof frisch verkauft bzw. zu regionalen Köstlichkeiten in einer regionalen Hofmosterei weiterverarbeitet werden.

Dieser Versuch wird wissenschaftlich begleitet und alle sind schon gespannt, wann es die ersten Früchte zum Kosten gibt. Bis dahin können die Projektbeteiligten von den Vorzügen des Hühner-Agroforstsystem profitieren, das durch Unterstützung des Projektes Anfang des Jahres 2016 etabliert wurde.

Text: Yvonne Raban, Biomasse Schraden e.V.

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präsentiert sich und seine Themen – Berichte vom 5. Forum Agroforstsysteme und der 84. Internationalen Grünen Woche

Bäume in der Land(wirt)schaft – eigentlich nichts Ungewöhnliches und doch ein Thema, das viele Fragen aufwirft und zahlreiche Bereiche der Landnutzung tangiert. Unter diesen Vorzeichen fand zwischen dem 30.11. - 1.12.2016 das 5. Forum Agroforstsysteme statt, das knapp 170 Teilnehmer aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verbänden und Verwaltungen nach Senftenberg führte. In über 20 Vorträgen und Kurzstatements zum Thema Agroforstwirtschaft wurden Neues aus Wissenschaft und Praxis diskutierten, so u.a. über Umweltwirkungen, gewinnbringende und sinnvolle Nutzungen von Bäumen in der Agrarlandschaft. Auch einem breiteren Publikum wurde die Idee von Agroforst präsentiert: auf der 84. Internationalen Grünen Woche in Berlin.

Nach verschiedenen Grußworten  wurden auf dem „Forum Agroforstsysteme“ zunächst rechtliche Hemmnisse bei der Umsetzung von Agrarholz in der landwirtschaftlichen Praxis aufgezeigt. So fehlen in Deutschland rechtliche Sicherheiten, Bäume mit Umtriebszeiten von über 20 Jahren nutzen zu können. Auch die Beihilfefähigkeit (Basisprämie EU-Agrarzahlungen) ist für Gehölzkulturen derzeit nicht in jedem Fall gegeben. Die Innovationsgruppe AUFWERTEN stellte eine Definition für Agroforstschläge vor, welche eine kontrollfähige und rechtssichere Etablierung ermöglichen soll. Hierbei wurde Wert darauf gelegt, dass mit dieser Definition eine möglichst große Vielfalt agroforstlicher Ausprägungsformen berücksichtigt werden kann. Dieser Definitionsvorschlag soll als Grundlage für weitere Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern dienen.

Quelle: Biomasse Schraden e.V.

Rechtliche Hürden für Agroforst sind weiterhin hoch

Deutlich sichtbar wurden in den einführenden Vorträgen die ökologischen Vorteilswirkungen von agroforstlicher Landnutzung. Insbesondere in Hinblick auf eine Verringerung des Bodenerosionspotenzials, den Erhalt der Bodenfruchtbarkeit und eine Minderung des Stoffaustrages in Grund- und Oberflächenwässer stellen Agroforstsysteme eine vielversprechende Landnutzungsform dar. Thematisiert wurde zudem, dass von einem höheren Anteil von Gehölzstrukturen in der Agrarlandschaft auch viele Arten, die im Zuge der Intensivierung der Agrarwirtschaft immer weiter zurückgehen, profitieren können. Diskutiert wurden auch Möglichkeiten der Berücksichtigung von Agroforstsystemen im Rahmen von produktionsintegrierten Kompensationsmaßnahmen (wie sie die Innovationsgruppe stadt PARTHE land erforscht, Anm. d. Redaktion), für welche die vorgestellten Umweltwirkungen große Relevanz besitzen.

Die ökonomische Tragfähigkeit war zentrales Thema des zweiten Veranstaltungstages. Bei der Vorstellung von Vor- und Nachteilen von Agroforstsystemen wurde deutlich, dass die Wirtschaftlichkeit sehr stark von (regionalen) Vermarktungsmöglichkeiten abhängt. Vor diesem Hintergrund wurde seitens der Landwirtschaftsvertreter auch die Forderung laut, ökosystemare Dienstleistungen von Agroforstsystemen stärker bei der Agrarförderung zu berücksichtigen. Vorteile, die Agroforstsysteme für Umwelt und Gesellschaft bereithalten, sollten stärker durch die Gesellschaft und weniger durch den Landwirt selbst finanziell ausgeglichen werden.

Landwirtschaft und Naturschutzvertreter einig über positive Wirkungen von Agroforst

Zusammenfassend wurde deutlich, dass Vorteile agroforstlicher Nutzungsformen – trotz existierender Herausforderungen – sowohl seitens der Landwirtschaft als auch seitens des Naturschutzes gesehen werden. Ein wichtiges Anliegen der Veranstalter war eine stärkere Vernetzung von Agroforst-Akteuren. Hierzu trug das Forum in geeigneter Weise bei. Seitens der politischen Vertreter wurde die Veranstaltung bzw. das Thema Agroforst ebenfalls wohlwollend aufgenommen. Die Vertreter der Innovationsgruppe AUFWERTEN möchten zusammen mit anderen Agroforst-Akteuren weiter die Landnutzungsform Agroforst an Politiker und Verwaltungen herantragen und auf die Vorteile dieser vielfältigen Landnutzungsform aufmerksam machen.

Thomas Domin (Gruppe vorn, 2. v.l.; Praxispartner der Innovationsgruppe AUFWERTEN) auf der IGW in Berlin. Quelle: Biomasse Schraden e.V.

Diese Möglichkeit ergab sich etwa zwei Monate später auf der 82. Internationalen Grünen Woche, bei der die Innovationsgruppe AUFWERTEN den Messegästen die Idee von Agroforstsystemen präsentieren konnte. Darunter zählten u.a. auch der brandenburgische Minister für ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft, Jörg Vogelsänger,  und die Staatssekretärin des gleichnamigen Ministeriums, Dr. Carolin Schilde. Durch den Messeauftritt konnten viele Informationslücken geschlossen und die Besucher von der Anlage von Agroforststreifen überzeugt werden. Auch die Idee einer ‚Baumaktie‘ wurde von den Gästen befürwortend aufgenommen.

Text: Christian Böhm (BTU Cottbus-Senftenberg) und Yvonne Raban (Biomasse Schraden e.V.)

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Managementoptionen für Windschutzhecken – Auf einem Expertenworkshop wurden standortangepasste Konzepte bestehender Agroforststrukturen diskutiert

Einer der in AUFWERTEN eingerichteten Planungszirkel beschäftigt sich mit der Erhaltung und Weiterentwicklung von Windschutzstreifen. Vertreter von Kommunen, Land- und Forstwirtschaft, Naturschutzbehörden sowie Anwohner sind im vergangenem Herbst der Einladung von Fr. Schulze vom Amt Kleine Elster (Niederlausitz) zusammen mit den Herren Pukall und Hübner von der TU München zum einem ersten Treffen ins südbrandenburgische Dollenchen gefolgt.

Begonnen wurde der Workshop, der am 26. September 2016 stattfand, mit einer Besichtigung der lokalen Windschutzstreifen.  An einem sonnigen Spätherbsttag traf man sich zu einem gemeinsamen Spaziergang entlang der Windschutzhecken.  Nach einer kurzen Einführung in die Thematik zum Management von Flurgehölzen in der Agrarlandschaft, wurden sechs lokale Heckentypen vorgestellt.

Die sechs Heckentypen (siehe Abbildung) wurden von Studierenden der TU München in Zusammenarbeit mit regionalen Partnern bereits im Frühjahr 2016 erfasst und kategorisiert. Sie sind alle entlang eines Abschnitts entlang der B96 bei Dollenchen zu finden. Zudem haben die Studierenden  naturschutzfachliche, landschaftsästhetische, nutzungstechnische und wirtschaftliche Aspekte für ein Managementkonzept erarbeitet.

Heckentypen in der Region Dollenchen. Quelle: C. Böhm

Im Anschluss an den Spaziergang führte der weitere Weg in das Gasthaus Stuckatz in Dollenchen, wo die Gruppenarbeiten des Workshops stattfand. Drei Gruppen, denen jeweils zwei Heckentypen zugewiesen wurden, machten sich Gedanken, welche zukünftigen Managementoptionen für den jeweiligen Heckentyp sinnvoll sind.  Anschließend sollten die Gruppen ihre Maßnahmen bewerten sowie fördernde und hindernde Bedingungen der Managementoptionen zusammenstellen. Die so gesammelten Ergebnisse wurden abschließend durch die Gruppenleiter kurz vorgestellt.

Die gewonnenen Ergebnisse werden im Forschungsprojekt AUFWERTEN weiter aufbereitet und den Experten sowie weiteren Interessierten zur Verfügung gestellt.

Text: Dr. Rico Hübner (TU München)

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Ausgezeichnete Forschung mit der Gesellschaft

Während der vergangenen Wochen wurden in mehreren Fokusgruppen und einem Runden Tisch das Vorhaben des Energieprojekts im Landkreis Ahrweiler diskutiert. Dabei wurden mit regionalen Stakeholdern unterschiedliche Szenarien besprochen, die die Grundlage für das regionale Energiekonzept bilden wird. Für diese Einbindung der Bürger*innen im Landkreis Ahrweiler wurde die Innovationsgruppe EnAHRgie bereits Ende 2016 für einen europäischen Forschungspreis nominiert.

Das Forschungsprojekt EnAHRgie erarbeitet verschiedene Möglichkeiten und Maßnahmen, um die regionale Energiewende voranzubringen. Für den Landkreis Ahrweiler wird ein Energiekonzept erarbeitet, in das im besonderen Maße lokale Akteure mit eingebunden werden. Dies passiert z.B. in Form von sogenannten Fokusgruppen, Runden Tischen und Bevölkerungsumfragen.

Regionale Stakeholder befürworten Stärkung von Energieeffizienzmaßnahmen sowie Nutzung neuer Technologien

Vom 10. bis 12. Januar 2017 fanden drei solcher Fokusgruppentreffen im Landkreis Ahrweiler (Burgbrohl, Adenau, Bad Neuenahr-Ahrweiler) statt. Die Teilnehmenden hatten dort die Möglichkeit, verschiedene Szenarien zu entwickeln, die in das Energiekonzept mit einfließen werden. Die Szenarien richten sich danach, welche Technologien zur Strom- und Wärmeproduktion die Teilnehmenden bis zum Jahr 2030 im Landkreis Ahrweiler nutzen möchten und welche Maßnahmen zur Energieeinsparung sie sich vorstellen können. Die erarbeiteten Szenarien der insgesamt 28 Teilnehmenden stimmten in vielen Punkten überein, so z.B. in der Stärkung der Energieeffizienzmaßnahmen und in der Einführung von Strom- und Wärmetechnologien auf Basis einer differenzierten Betrachtung. Die Teilnehmenden der Fokusgruppen werden weiter über das Projekt informiert und auch aktiv in die Forschung eingebunden.

Bei mehreren Treffen einigte sich die EnAHRgie-Innovationsgruppe im Januar außerdem auf eine Reihe von Szenarien, welche den Grundstein für das Energiekonzept darstellen. Im nächsten Schritt werden die wissenschaftlichen Partner nun die einzelnen Szenarien berechnen und beispielsweise sogenannte Technologieportfolios erstellen, in welchen detailliert dargestellt wird, welche Technologien wie ausgebaut werden müssten, um die jeweiligen Ziele des Szenarios zu erreichen.

Am 13. Januar 2017 sind erneut lokale Vereine und Verbände (BUND, NABU, Kreisbauern- und Winzerverband, Kreiswaldbauverein, Eifelverein, Solarverein Goldene Meile, Kreisjägerschaft sowie Tourismusorganisationen) zu einem Runden Tisch zusammen gekommen. Bei dem Treffen wurde insbesondere über die Windkraftprojekte in der Verbandsgemeinde Adenau informiert und darüber diskutiert, derartige Runde Tische auch über die Projektlaufzeit von EnAHRgie hinaus fortzuführen. In derselben Woche fand ein Treffen mit Wirtschaftsförderern statt, bei dem über den Ablauf der „Fallstudie Unternehmen“ abgestimmt wurde. Ziel der Fallstudie ist es, Strategien zur Beteiligung der Unternehmen an der Umsetzung des Energiekonzeptes zu entwickeln.

Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage zum Thema Energiewende wird im Februar erwartet

Im Februar werden außerdem die Ergebnisse der Bevölkerungsumfrage zum Thema „Energiewende im Landkreis Ahrweiler“ veröffentlicht. Bei der schriftlichen Umfrage standen die Einstellung der Bevölkerung zu erneuerbaren Energien und zur Energieeffizienz sowie der Umgang mit Strom und Wärme im Alltag im Mittelpunkt. Insgesamt haben 1623 Bürger/innen an der repräsentativen Umfrage teilgenommen.

Michael Schäfer vom Landkreis Ahrweiler (4.v.l.) und Dr. André Schaffrin, Projektleiter EnAHRgie (5.v.l.) bei der Preisverleihung des European Foundations Award in Brüssel. Quelle: King Baudouin Foundation

Für dieses besondere gesellschaftliche Engagement wurde das Projekt EnAHRgie bereits Ende 2016 für den europäischen Forschungspreis „European Foundations Award for Responsible Research & Innovation“ nominiert. Das Projekt EnAHRgie schaffte es bis in die Runde der 15 Finalisten. Insgesamt hatten sich 211 internationale Forschungsprojekte für den Preis beworben. „Auch wenn EnAHRgie nicht zu den drei Gewinnern zählt, ist bereits die Nominierung ein großartiger Erfolg und ein Beleg für den einzigartigen und zukunftsweisenden Forschungsansatz, den das Projekt verfolgt“, so Dr. Klaus Jacob, Jurymitglied. Der EnAHRgie-Projektleiter, Dr. André Schaffrin, sieht die Nominierung ebenfalls als Bestätigung dafür, dass man mit der Arbeit im Kreis Ahrweiler auf dem richtigen Weg ist (weitere Informationen und ein Video zum EnAHRgie-Projekt finden Sie unter: efarri.eu [Link inaktiv | a.s. ).

Text: Sina Bold (EA European Academy Bad Neuenahr-Ahrweiler) und André Schaffrin (EnAHRgie)

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Wissenschaft trifft Design: ginkoo verknüpft interdisziplinäre Lehre mit Praxisbezug

Studierende aus mehr als zehn Disziplinen der Humboldt-Universität zu Berlin und Designer der FH Potsdam haben im Wintersemester 2016/17 gemeinsam im Rahmen des interdisziplinären Studienprograms „Vielfalt der Wissensformen“ am Seminar „Chicken à la Carte-Wissenslandkarten für mehr Nachhaltigkeit“ teilgenommen. Das Seminar beschäftigte sich mit der Frage, wie komplexe Nachhaltigkeitsprobleme besser kommuniziert werden können. Die Überlegung, dass hier neue Wege der Wissenskommunikation und -produktion nötig sind war ein Ausgangspunkt für die Kooperation mit der FH Potsdam.

Die interdisziplinären Studierendenteams fokussierten ihre Arbeit auf konkrete Fragen: Wie kann ethischer und nachhaltiger Konsum aussehen? Welche Bedingungen hat er? oder Was sind Unterschiede in den Lebensverläufen von Mast- und Zweinutzungshühnern? Am 31.01.2017 fand die erfolgreiche Abschlussveranstaltung des Seminars mit Exponaten aus allen 12 studentischen Gruppen statt. Das Seminar bekam inhaltlichen Input aus dem ginkoo Projekt und wurde von fünf Lehrenden angeleitet, darunter Mitarbeiter des Projektes ginkoo und IRI THESys, einer Künstlerin sowie einer Professorin der FH Potsdam.

Spiel: BESSERESSER. Bewusster Konsumieren und das eigene Konsumprofil aufdecken. Quelle: Anett Kuntosch

Nachhaltige Themen anders kommunizieren

Entstanden sind Quartettspiele, Story-Postkarten, Stop-Motion Filme oder Plakatwände. Mit dem Spiel „BESSERESSER“ (siehe Foto) können Spieler*innen ihr eigenes Konsumprofil aufdecken und erfahren, was sie tun sollten, wenn sie ihr Konsumverhalten ändern möchten.
Unter den Gästen waren neben den Studierenden des Seminars auch interessierte Studierende anderer Fachrichtungen, externe Partner des ginkoo Projektes u.a. Mitglieder des Beirats, Praxispartner und eine Vertreterin von „Vielfalt der Wissensformen“. Im Nachgang wird das Seminar von der Gruppe der Lehrenden evaluiert werden. Wie die Exponate weiterentwickelt werden, wird nun zusammen mit der Praxis und den Studierenden besprochen.

Text von Anne Dombrowski (IRI THESys) und Anett Kuntosch (ginkoo und IRI THESys)

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Energiewende verändert die Landschaft: INOLA präsentiert auf dem 2. Grünen Heimatkongress des Bayerischen Landtags

Am Samstag, den 3.12.2016, fand im Bayerischen Landtag der 2. Grüne Heimatkongress unter dem Leitthema „Heimat ist, was wir draus machen“ statt. Dr. Anne von Streit, Projektleitung INOLA (LMU München) stellte als Einstieg in den Workshop „Die Spannung steigt. Die Energiewende verändert die Landschaft. Wie Konflikte vor Ort gelöst werden können“ Zwischenergebnisse aus dem Projekt INOLA vor.

Sie ging in ihrem Vortrag vor allem darauf ein, wie die Ist- und Potentialanalyse von Energiesystem und Landnutzung sowie die Akteursanalyse  im Projekt INOLA  verwendet werden, um Konflikte um die Energiewende frühzeitig zu identifizieren und transparent zu machen. Darauf aufbauend präsentierte sie Strategien zur Konfliktlösung  (z.B. die Vernetzung von Akteuren und Formulierung gemeinsamer Zielsetzungen, Identifizierung von Pionieren, die eine Energiewende aus der Region heraus fördern). Im anschließenden Workshop mit Annika Musch und Eva Halwachs (beide INOLA, LMU München) tauschten sich die Teilnehmer*innen im Rahmen eines „Energiewende-Cafés“ u.a. darüber aus, welche Initiativen oder Projekte in ihren Regionen gut funktionieren und die Energiewende nachhaltig voranbringen und welche politischen Hemmnisse überwunden werden müssen. Durch die Veranstaltung führte Martin Stümpfig (MdL, Sprecher für Energie und Klimaschutz).

Text: Elisabeth Freundl (EWO)

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Geld verdienen mit der Energiewende? Anforderungen und Chancen für Unternehmen in der Region Oberland diskutiert

Die Innovationsgruppe INOLA hat auf der 8. Klausurtagung Nachhaltiges Wirtschaften  in der Region Oberland Entwicklungs- und Handlungsmöglichkeiten, die sich für Unternehmen aus der Energiewende ergeben könnten auf einem Workshop diskutiert. Ein Ergebnis: die Flächenverfügbarkeit und -politik in der Region könnten zum Problem für die Wirtschaft werden.

Das Wirtschaftsforum Oberland, die Bürgerstiftung Energiewende Oberland, die Metropolregion München und die SMG Standortmarketing Gesellschaft/ Regionalmanagement Landkreis Miesbach veranstalteten am Donnerstag, den 10.11.2016, im Kurhaus Bad Tölz die 8. Klausurtagung „Nachhaltiges Wirtschaften im Oberland“. Im Rahmen des „Praxisforum Nachhaltigkeit“ führten Dr. Anne von Streit, Projektleitung INOLA (LMU München), und Annika Musch (LMU München) gemeinsam mit Elisabeth Freundl (Projektkoordinatorin INOLA, EWO) und Stefan Drexlmeier (Geschäftsstellenleiter EWO) durch den Workshop.

In ihrem Vortrag ging Dr. Anne von Streit vor allem auf die Rolle von Unternehmen als mögliche „Change Agents“ oder Pioniere des Wandels für die Energiewende ein. Anhand der im Projekt INOLA erarbeiteten Zukunftsbilder diskutierten daraufhin die Teilnehmer*innen mögliche Einflussfaktoren auf regionaler, nationaler und globaler Ebene, die zukünftig für Unternehmen in der Region Oberland relevant sein könnten und die die  Entwicklungs- und Handlungsmöglichkeiten der Unternehmen im Bereich der Energiewende beeinflussen. Große Herausforderungen sahen die Teilnehmer*innen vor allem in der derzeitigen und zukünftig möglichen Flächenverfügbarkeit und Flächenpolitik. Zudem wurden innovative Ansätze von Unternehmen im Oberland diskutiert, die bereits jetzt zu Energieeinsparung und Energieeffizienz beitragen.

Mit der Vorstellung der bayrischen Energieeffizienz-Netzwerkinitiative BEEN-i zeigte Stefan Drexlmeier (EWO) zum Abschluss der Veranstaltung eine ganz konkrete Möglichkeit auf, wie Unternehmen im Bereich Energiewende aktiv werden und sich vernetzten können.

Text: Elisabeth Freundl (EWO)

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Mit Szenarien zu gesellschaftlichem Wandel: INOLA präsentiert auf der 7th International Sustainability Transitions Conference (IST)

Mit einem Vortrag zum Thema „Partizipative Szenarioentwicklung für regionale Nachhaltigkeitstransitionen: Möglichkeiten zur Kombination von systematisch-formativen Techniken und tiefgehender qualitativer Analyse“ stellte sich die Innovationsgruppe INOLA auf der 7th International Sustainability Transitions Conference (IST) in Wuppertal den Fragen der Expert*innen aus dem Bereich der Transformationsforschung.

Das gastgebende Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie und das Zentrum für Transformationsforschung und Nachhaltigkeit (TransZent) der Bergischen Universität Wuppertal bot Wissenschaftler*innen und Expert*innen ein Forum zu aktuellen theoretischen und methodischen Herausforderungen der Transformationsforschung.

Im Rahmen eines Vortrags am 8. September gaben Dr. Anne von Streit, (LMU München) und Annika Musch (LMU München) Einblicke in den Szenarienprozess des Projektes INOLA. Im Vortrag wurden die Ergebnisse der detaillierten Rekonstruktion des Prozesses im Projekt INOLA durch qualitative Transkripte aller Gruppendiskussionen und deren tiefgehende Auswertung im Vergleich zu den entstandenen Szenarienbewertungen vorgestellt. Hier konnten mehrere wichtige Schlüsse hinsichtlich der Qualität von Methodenkombinationen im Bereich der partizipativen Szenarienerstellung gezogen werden, die eine Weiterentwicklung der verwendeten Methode erlauben.

So zeigte sich zum Beispiel, dass eine tiefergehende qualitative Auswertung der Transkripte Störfaktoren während den Diskussionen identifizieren kann, die bei einer rein quantitativen Szenarienerstellung nicht erfasst werden können. Abgeleitet von wiederkehrenden Störfaktoren konnten Qualitätskriterien entwickelt werden, die zur Validität, Transparenz und Intersubjektivität von zukünftigen Szenarioprozessen beitragen können und eine kritische Reflexion gemeinsam mit den Teilnehmern und dem Projektteam erlauben. Diese Zwischenergebnisse des Projektes INOLA wurden von den anwesenden Wissenschaftlern angeregt diskutiert und sehr positiv kommentiert.

Text: Elisabeth Freundl (EWO)

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Erste Ergebnisse in Arbeitspapieren veröffentlicht und online abrufbar

In der Infothek auf der Regiobranding-Webseite können ab sofort erste Projektergebnisse heruntergeladen werden. In acht Arbeitspapieren werden Einblicke in den aktuellen Stand der Projektarbeiten der Wissenschafts- und Praxispartner*innen gegeben.

Titel der Arbeitspapiere:

  • Bevölkerungsbefragung zur Kulturlandschaft im Projekt Regiobranding –
  • Beschreibende Ergebnisse aus den Fokusregionen Lübeck-Nordwestmecklenburg, Steinburger Elbmarschen und Griese Gegend-Elbe-Wendland
  • Akteurskonstellationen und Cultural Marker in den Fokusregionen des Projektes Regiobranding
  • Engagement und Bewegungsräume in den Fokusregionen des Projektes Regiobranding
  • Zahlungsbereitschaft und Lebensqualität in den Fokusregionen im Projekt Regiobranding
  • Landnutzung und Landschaftselemente in den Fokusregionen des Projektes Regiobranding
  • Landbedeckungs-/ Landnutzungsveränderung 1990-2012 in den Fokusregionen des Projektes Regiobranding
  • Analyse Bau- und Siedlungsentwicklung in den Fokusregionen des Projektes Regiobranding
  • Ergebnisse der Praxispartner aus der Fokusregion Lübeck und Nordwestmecklenburg –
  • Beteiligungen der Akteure und der Bevölkerung

Text: Daniela Kempa (Uni Hannover)

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Die Griese Gegend in Aufruhr: REGIOBRANDING veröffentlicht Landschaftskrimi und macht Kulturlandschaft erlebbar

Im Rahmen des Forschungsprojektes Regiobranding ist als Ergebnis einer studentischen Projektarbeit an der Leibniz Universität Hannover ein Landschaftskrimi entstanden. Die Studierenden haben darin Wissen über Naturschutz und Landschaft unterhaltsam verpackt und eine Region für Heimische und Gäste aus einer neuen Perspektive erlebbar gemacht.

Die spannende Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen und veranschaulicht auf diese Weise die Veränderungen in der Landschaft. Auch aktuelle Themen wie die Ausbreitung des Wolfes sind eingebaut. Eine Karte ermöglicht die Orientierung beim Lesen, führt zu den "Tatorten" und auf eine Radtour durch die Griese Gegend.

Buchcover. Quelle: UIP

Leseprobe:

„Merkwürdige von Menschenhand gegrabene Löcher werden in der Griese Gegend gesichtet, ihre Anzahl steigt stetig. Lange ist das nicht mehr als eine Randnotiz in der örtlichen Zeitung wert, doch dann wird eines Tages ein Beobachter des Löchergräbers niedergeschlagen. Die Griese Gegend im südwestlichen Mecklenburg gerät in Aufruhr. Der junge und engagierte Kriminalkommissar Benjamin Pietsch nimmt sich des Falles an. Doch bald stellt sich heraus, dass er das Rätsel nicht alleine lösen kann, und eine Zusammenarbeit der besonderen Art beginnt: Benjamin schließt sich mit zwei Mitarbeitern der Unteren Naturschutzbehörde zusammen, denn es scheint einen Zusammenhang zwischen den Löchern und der besonderen Natur der Griese Gegend zu geben...“

Ab sofort ist das 178-seitige Taschenbuch erhältlich im Institut für Umweltplanung, bestellbar unter der Email-Adresse info@umwelt.uni-hannovergasd221.de sowie im Handel (ISBN 978-3-00-054621-1). Der Preis beträgt 10 €.

Text: Daniela Kempa (Uni Hannover)

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Viel Potenzial und ein langfristig lohnendes Geschäft: render präsentiert Analyseergebnisse und Optionen für die Umstellung auf Erneuerbare Energien

Zu Beginn der zweiten Phase des Szenarioprozesses fand am 27. Oktober 2016 der vierte render-Szenario-Workshop im Technologiezentrum Aachen statt. Referenten präsentierten dabei eine Bilanzierung gegenwärtiger Verbräuche, eine Prognose zukünftiger Stromverbräuche in der Städteregion Aachen und rechneten Wertschöpfungseffekte für Photovoltaik- und Windkraftanlagen einmal durch. Die Präsentationsfolien mit den Ergebnissen sind online auf der render-Webseite verfügbar.

Den über 60 Teilnehmern aus rund 40 verschiedenen Institutionen (u.a. Politik, Kommunen, Wirtschaft, Verbänden und Forschungsinstitute etc.) konnten anhand von Szenarien bereits durchgeführte Analysen vorgestellt werden, mit deren Hilfe sich in der StädteRegion Aachen Potentiale erneuerbarer Energien ausbauen und umsetzen lassen. So wurde bspw. im von Oliver Donner (Büros für Energiewirtschaft und technische Planung GmbH,  BET) vorgestellten Trendszenario für den Strombedarf 2030 demnach mit einem Bevölkerungszuwachs von 3 % gerechnet werden, wobei sich der Stromverbrauch je Einwohner in diesem Szenario um 10 % reduzieren wird. Die BET-Experten gehen – zumindest im vorgestellten Szenario – von einem leichten Rückgang des Strombedarfs auf 2.750 GWh (2013: 2.986 GWh) in der StädteRegion Aachen aus. Unter welchen weiteren Annahmen das Szenario zu Stande gekommen ist, können Sie im Vortrag von Oliver Donner nachlesen.

Fred Lennartz stellt Ergebnisse vor. Quelle: render

Innerhalb der nächsten 6 Jahre sind 80% des regionalen Strombedarfs aus Erneuerbaren möglich

Der Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch in der StädteRegion liegt derzeit nach Berechnungen des render-Teams, unter Federführung des Forschungsinstituts für Ökosystemanalyse und -bewertung e.V. (gaiac), zwischen 8 und 10 %. Als Ergebnis des render enerGIS-Tools und der durchgeführten theoretischen Potentialberechnung stellten Dr. Silvana Hudjetz und Dr. Fred Lennartz vor, dass rein vom theoretischen Potential bis zum Jahr 2023 etwa 80 % des Stromverbrauchs in der StädteRegion durch erneuerbare Energien aus der Region gedeckt werden könnten (siehe Vorträge gaiac). Was davon tatsächlich umgesetzt werden kann, ist Teil des weiteren Projektverlaufes in render und soll in diesem Jahr mit den Akteuren der Region in weiteren Workshops gemeinsam erarbeitet werden.

Die Wertschöpfungseffekte einer regionalen Energiewende stellte Simon Jenniches vom Rhein-Ruhr-Institut für Sozialforschung und Politikberatung e.V.  (RISP) vor. Erzeigte auf, dass unter Berücksichtigung der Gewinne beteiligter Investoren (Unternehmen, Privatpersonen, Genossenschaften etc.), des Nettoeinkommens der Beschäftigten beteiligter Unternehmen sowie der regionalen bzw. kommunalen Steueranteile eine exemplarische Photovoltaikanlage durch Installation und Anlagenbetrieb eine Wertschöpfung von 36.600 € bei einer Laufzeit von 20 Jahren erreicht. Die Installation und der Anlagenbetrieb von 75 Windenergieanlagen mit einer installierten Leistung von 225,28MW erreicht hierbei eine regionale Gesamtwertschöpfung von 99,9 Mio. €. Weitere Details entnehmen Sie bitte dem Vortrag von Simon Jenniches.


Die Vorträge sind unter www.regionaler-dialog-aachen.de/oktober-2016 downloadbar.

Text: Jens Schneider (FiW Aachen)

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Exkursionsführer zu besonderen Orten der Kulturlandschaft: „…sich wundern im Partheland“

Die Innovationsgruppe stadt PARTHE land, die sich mit dem Kulturlandschaftsmanagement in Stadt-Umland-Regionen beschäftigt, hat als Ergebnis einer Sommerschule aus dem Jahr 2016 einen Exkursionsführer für das Partheland veröffentlicht. Er ist eine Sammlung der erkundeten Orte und soll dazu anregen, die Eigenart und Schönheit des Parthelandes selbst zu entdecken.

Der persönliche Bezug jedes Menschen zu Landschaft(en) spielt eine bedeutende Rolle. Die Innovationsgruppe stadt PARTHE land wollte diese spezielle Perspektive nutzen und hat Studierende der TU Dresden und der Hochschule Osnabrück im Rahmen einer Sommerschule auf Spurensuche entlang der Parthe geschickt.

Zwischen dem 8. und 13. Mai 2016 erforschten sie das Partheland durch Befragungen und Beschreibungen. Verschiedene Personen gaben Einblick in ihre Erlebnisse und Beziehungen zum Partheland. Doch die Studenten erkundeten auch selbst die Umgebung und stießen auf unterschiedliche Orte und Besonderheiten.

Quelle: stadt PARTHE land

Daraus entstand ein Exkursionsführer der besonderen Art. Er ist eine Sammlung der erkundeten Orte und soll dazu anregen, die Eigenart und Schönheit des Parthelandes selbst zu entdecken.

Download-Link: https://stadtpartheland.de/wp-content/uploads/2017/01/Exkursionsf%C3%BChrer_2016_web.pdf

Der Exkursionsführer ist auch in gedruckter, limitierter Auflage erhältlich und wird zu den Veranstaltungen im Rahmen des Forschungsvorhabens verteilt.

Text: Florian Etterer (TU Dresden)

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Nachhaltige Gestaltung wohnstandortbezogener Daseinsvorsorge: Auftakt der „Ideengenerierung“ vor Ort

Im vergangenen Jahr hat die Innovationsgruppe UrbanRural SOLUTIONS mit dem Netzwerk Erweiterter Wirtschaftsraum Hannover (EWH) und dem Landkreis Göttingen einen Dialogprozess zur regionalen Daseinsvorsorge angestoßen. Der Dialog zielt darauf ab, auch die Versorgung der Bevölkerung kleinerer Ortsteile in ländlichen Räumen langfristig zu gewährleisten. Um einzukaufen, sich zu bilden oder bei Krankheit versorgt zu werden, muss der Zugang zu alltäglichen Angeboten sichergestellt, verbessert oder tragfähiger gestaltet werden.

Zunächst wurden im transdisziplinären Austausch mit einer Gruppe ausgewählter Vertreter mehrerer Gebietskörperschaften aus verschiedenen Bereichen der Verwaltung Themen von besonderem Interesse ausgewählt. In der Praxisregion Göttingen sind das Angebote für Jugendliche und Senioren, in der Praxisregion Hannover Nahversorgung, Einzelhandel und die Hausärzteversorgung. Mithilfe von GIS-Software wurden in ersten räumlichen Analysen Standorte der Daseinsvorsorge in der Fläche dargestellt. So lässt sich auf Grundlage der Bevölkerungsverteilung im jeweiligen Gebiet errechnen, wie gut sie von bestimmten Wohnstandorten aus erreichbar sind.

Eine von drei Diskussionsrunden des Workshops für die Praxisregion Göttingen am 16.11.2016 in Bovenden. Quelle: T. Preising

Im Weiteren wurden bei Workshops mit etwa 40 Teilnehmenden die regionalen Herausforderungen in den Themenbereichen diskutiert. Hierbei kamen jeweils Akteure aus der gesamten Region zusammen: Aus unterschiedlichen Bereichen der Verwaltung, relevanten Institutionen der jeweiligen Themenfelder sowie Vertreter spezieller Nutzer- bzw. Interessensgruppen, die besonders auf Leistungen der Daseinsvorsorge angewiesen sind (Beispiel: Seniorenbeirat). Sie diskutierten zu den Fragen:

  • Wo genau besteht Handlungsbedarf?
  • Was macht eine gute Versorgung aus?
  • Wie könnte die Versorgung 2030 aussehen, wenn es gut läuft?

Daran anschießend  wählten die Akteure sogenannte Fokusräume innerhalb ihrer Regionen aus. In diesen Räumen sollen gemeinsam mit einem Kreis von Akteuren, der möglichst alle relevanten Interessengruppen abdeckt, konkrete Lösungen für abzusehende Probleme der Daseinsvorsorge erarbeitet und umgesetzt werden. Dabei wird das Vorgehen fortgesetzt, den Dialog in kleinerer Runde mit Vertretern der Verwaltung vorzubereiten und deren fachliches und regionsspezifisches Know-How einfließen zu lassen. Derzeit laufen die Vorbereitungen dieser Prozesse in vier Fokusräumen. Entsprechende Workshops werden ab Sommer 2017 stattfinden.

Text: Gesa Matthes (Universität Hamburg-Harburg)

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2. Interview: 4 Fragen an…Tanja Nietgen von der innovationsgruppe EnAHRgie

Informationen zur Interviewten:
Tanja Nietgen hat an der Universität Trier Angewandte Geographie, Betriebswirtschaftslehre und Soziologie studiert und war u.a. zwischen 2003 – 2013 Projektleiterin bei Kappenstein – Büro für Sozialplanung tätig. Für EnAHRgie ist sie bei der EA European Academy Bad Neuenahr-Ahrweiler tätig und betreut dort u.a. den Partizipationsprozess mit Verbänden und Vereinen in der Region.

 

Sehr geehrte Frau Nietgen, was sind aus Ihrer Sicht die zentralen Stellschrauben, damit der Landkreis sein Ziel erreicht, bis 2030 seinen Stromverbrauch bilanziell zu 100% aus Erneuerbaren Energien zu decken? An welchen Stellschrauben setzen Sie mit EnAHRgie an?

Dieser Beschluss des Kreistages stammt vom Juni 2011. Trotz zahlreicher privater und öffentlicher Aktivitäten, die dieses Ziel unterstützen, liegt der Anteil aus erneuerbaren Energien von im Landkreis produziertem Strom bezogen auf den gesamten Verbrauch bei derzeit etwa 13%. Die engagierten Akteure stehen bei der Planung und Umsetzung von Effizienz- und Einsparmaßnahmen, insbesondere aber auch bei der Realisation von Strom- und Wärmeerzeugungsanlagen, vor typischen Herausforderungen durch Landnutzungskonkurrenzen zwischen Tourismus, Naturschutz sowie Landwirtschaft und Weinbau. Des Weiteren erschwert die Mehrebenenproblematik der Planungskompetenzen die Realisation von Maßnahmen. Der Beschluss wurde auf Kreisebene gefasst, die Planungskompetenz liegt aber bei den 74 Städten und Gemeinden. Auf dieser Ebene ein abgestimmtes Vorgehen zu verwirklichen ist Grundvoraussetzung für den Erfolg einer lokalen Energiewende in unserem Kreis.

Das Projekt „EnAHRgie“ setzt an den relevanten Stellen an: Die Ist-Situation wurde erhoben und darauf aufbauend die im Landkreis existierenden Potenziale, wie Windhöffigkeit, Sonneneinstrahlung, Möglichkeiten für den Anbau von Biomasse u.a., analysiert. Parallel zu dieser technisch determinierten Vorgehensweise wurden die gesellschaftlichen Chancen und Hemmnisse erhoben, da die tatsächliche Umsetzung von z.B. technischen Maßnahmen nur gelingen kann, wenn die Handelnden diese als vorteilhaft bewerten. Das Ziel von „EnAHRgie“ ist die Erstellung eines nachhaltigen und abgestimmten Energiekonzeptes für den Landkreis. Die entwickelten Methoden und Werkzeuge werden auf weitere Landkreise mit ähnlichen Voraussetzungen übertragbar sein.

Fokusgruppen, Runde Tische, Bevölkerungsumfrage – das hört sich sehr aufwendig an. Was erhoffen Sie sich aus diesem Vorgehen für das Projekt und die Region?

Ein Ziel von „EnAHRgie“ ist ein von so vielen Akteuren wie möglich getragenes Energiekonzept, das gute Chancen auf Realisation hat. Um ein abgestimmtes Konzept zu entwickeln ist es unerlässlich die Bevölkerung und Stakeholder intensiv in die Projektarbeit einzubinden, ihre Ideen und Vorschläge einfließen zu lassen. Je nach Akteursgruppe entwickeln die Wissenschaftler und Praxispartner unterschiedliche Formate. So treffen sich z.B. lokale Experten aus den Bereichen Tourismus, Naturschutz, Landwirtschaft/Weinbau regelmäßig zu einem „Runden Tisch“, eine breit angelegte Umfrage richtete sich an die Bevölkerung des Landkreises. Zu den Fokusgruppen wurden ebenfalls Bürger eingeladen, um mit ihnen intensiv über ihre Vorstellungen bezüglich einer lokalen Energiewende in ihrer Heimat zu sprechen.

Vor allem die Experten sind mit Blick auf eine langfristige Beteiligung eingebunden. Ende diesen Jahres läuft das Projekt hier im Landkreis aus – aber erst anschließend beginnt die Umsetzungsarbeit, sodass wir natürlich anstreben, bereits jetzt die Strukturen zu verstetigen, die nötig sind, damit die Maßnahmen des Energiekonzeptes vor Ort von den Praxispartnern realisiert werden können.

Sie beschäftigen sich beruflich schon lange mit der Aktivierung von raumwirksamen „Stakeholdern“. Welche Trends können Sie bei der Projektabwicklung mit Bürgerinnen und Bürgern ausmachen? Wird Beteiligung mehr und mehr salonfähig?

Der Blick über den Tellerrand zeigt, dass Bürgerinnen und Bürger sich in aktuelle Planungsprozesse einbringen wollen, und das nicht nur bei medienwirksamen Großprojekten. Bürgerbeteiligung wird vielerorts, im Gegensatz zu der früher üblichen Bürgerinformation, als elementarer Bestandteil von Planungsprozessen verstanden.

Im ländlich geprägten Landkreis Ahrweiler beginnt die Bevölkerung gerade erst, diese Erfahrung zu machen, hier muss Bürgerbeteiligung derzeit noch erlernt und als selbstverständlich angesehen werden. Daher nimmt das Gebiet „Partizipation“ einen sehr großen Bereich der Projektarbeit ein. Das derzeit noch mangelnde Selbstverständnis zur aktiven Beteiligung wird z.B. daran deutlich, dass eine Information über die Medien zur Möglichkeit zur Beteiligung in unserem Projekt nicht ausreicht, um zahlreiche Bürger einzubinden. Hier führt derzeit nur eine verstärkte, oftmals auch persönliche Information und Ansprache zum Erfolg.

„Beteiligung?...Wie anstrengend!“  ?  Was sind Ihre Lieblingsmethoden, um das „Eis zu brechen“ und um die Leute miteinander ins Gespräch zu bringen?

Wie bereits gesagt, Beteiligung wird im Kreis Ahrweiler keineswegs als selbstverständlicher Aspekt von Planungsprozessen angesehen – weder von politischer Seite noch von Seiten der Bevölkerung. Bürgerprotest wurde in der Vergangenheit i.d.R. nur kommuniziert, wenn sich Planungen dem Ende zuneigten oder bereits Maßnahmen realisiert wurden. Die Zusammenstellung der Expertengruppen, also der relevanten Akteure einer lokalen Energiewende im Kreis Ahrweiler, hat sehr viel Vorlauf und intensive Ansprache bedeutet. Die „Runden Tische“ z.B. befinden sich in unterschiedlichen Phasen der Verstetigung. So ist die Gesprächsrunde der „Verbände und Vereine“ (aus den Bereichen Tourismus, Naturschutz, Landwirtschaft/Weinbau) bereits sehr stark etabliert – hier hat sich eine feste Gruppe gefunden, die sich derzeit alle zwei bis drei Monate trifft, wissenschaftliche Ergebnisse aus dem Projekt diskutiert und eigene Ideen in die Innovationsgruppe einbringt. Wir arbeiten derzeit daran Entscheidungs- und Abstimmungsverfahren zu etablieren, Strukturen zu entwickeln, um die Verstetigung dieses “Runden Tisches“ über die Projektlaufzeit von EnAHRgie zu ermöglichen. In Bezug auf dieses Format kann ich sagen, das „Eis zu brechen“, Menschen für Beteiligung zu gewinnen, bedarf eines langen Atems – und auch wenn die Strukturen geschaffen sind, ist stetiges Engagements notwendig, um die Gesprächsrunden zu aktivieren, um die Akteure nahe an der Arbeit, dem Projekt und den Ergebnissen zu halten, denn klar ist: Je nachdem welches Thema aus dem Bereich „Energiewende“ diskutiert wird, ist die persönliche Betroffenheit, und somit in der Regel auch das individuelle Engagement der Akteure, sehr unterschiedlich.

Wir danken für das Gespräch.

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3. Neuigkeiten aus dem Wissenschaftlichen Begleitvorhaben

Save the Date: Statuskonferenz der Innovationsgruppen




- Wann? 04. und 05. Dezember 2017
- Wo? Berlin, Tagungswerk Jerusalemkirche (Lindenstraße 85, 10969 Berlin)
- Wer? Mitglieder*innen der Innovationsgruppen aus Wissenschaft und Praxis

Was charakterisiert den Weg der Innovationsgruppen bisher? Welche Erfahrungen haben sie sammeln können? Was sind ihre nächsten Schritte? Mit der Statuskonferenz 2017 sollen zwei wesentliche Ziele verfolgt werden: zum einen erhalten die Innovationsgruppen Raum, um ihre Zwischenergebnisse zu präsentieren; zum anderen sollen vorrangig austauschorientierte Formate anregen, Erfahrungen zu teilen und voneinander zu lernen. Damit diese Ziele erreicht werden können, sind die Innovationsgruppen herzlich eingeladen, die Konferenz aktiv mitzugestalten, indem sie Themen und Formate vorschlagen. Das wissenschaftliche Begleitvorhaben wird im Frühjahr auf die Innovationsgruppen zugehen, um Ideen und Anregungen zu sammeln. Die offizielle Einladung erfolgt im Sommer. Bitte merken Sie sich den Termin vor!

Rückfragen und Anregungen können Sie gern an Nadin Gaasch richten: gaasch@zalfgasd221.de,  (033432) 82 211.

Text: Nadin Gaasch (ZALF e.V.)

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Die Seminarreihe als Instrument des Wissensaustausches – ein Zwischenresümee

Die Seminarreihe der Innovationsgruppen ist eine der Besonderheiten des Förderschwerpunkts. Jede Innovationsgruppe richtet in ihrer Laufzeit ein Seminar für die jeweils anderen acht Projekte aus, sodass ein kontinuierlicher, projektübergreifender Austausch zwischen Wissenschafts- und Praxispartnern sowie den Leiter*innen erfolgt. Bislang haben fünf Seminare stattgefunden; ein Zwischenresümee ist also durchaus möglich: Jenseits der Themenvielfalt eint das Thema „Kommunikation“.

Das erste Seminar, an dem  nur die Leiter*innen der Innovationsgruppen sowie Vertreter des Projektträger Jülich teilnahmen, wurde vom wissenschaftlichen Begleitvorhaben initiiert und moderiert. Gemeinsam arbeiteten sie daran, die Ziele des Förderschwerpunkts in operationalisierbare Erfolgskriterien für dessen anstehende (und mittlerweile laufende) Evaluation zu übersetzen. Die Leiter*innen traten also nicht als jene auf, deren Arbeit evaluiert wird, sondern als Experten transdisziplinärer Forschungsverbünde.

Die folgenden Seminare bezogen sich stärker auf die operative Arbeit in den Innovationsgruppen und sie spiegelten auch sehr deutlich die Themen und Anforderungen in frühen Phasen transdisziplinärer Zusammenarbeit wider. Die Eröffnung der regulären Seminarreihe übernahm die Innovationsgruppe ginkoo. Das Projektteam stellte eine eigens erarbeitete Methode zur gemeinsamen Situationsbestimmung vor – eine Herausforderung, vor der alle Projekte zu diesem Zeitpunkt standen. Das Seminar verdeutlichte, dass alle Projekte vor sehr ähnlichen Gestaltungsherausforderungen in Bezug auf Situationswahrnehmung, Kommunikation und Arbeitsorganisation standen.

Wahrnehmung und Kommunikation standen auch beim Seminar der Innovationsgruppe stadt PARTHE land im Mittelpunkt, allerdings mit einem landschaftlichen Schwerpunkt. Das Seminar verortete (den Diskurs über) Kulturlandschaft zwischen Wertschöpfung und Wertschätzung und mündete in einer kurzen, geführten Wanderung entlang der Parthe ins Leipziger Zentrum. Das Seminar stellte das Erleben in einen direkten Zusammenhang mit (wissenschaftlicher) Erkenntnis.

Noch im selben Monat präsentierte Regiobranding seine breite Methodenvielfalt im Bereich der Ko-Produktion von Wissen. Dieses Seminar schloss thematisch an die beiden vorherigen an, indem sowohl über die Wissensgenerierung innerhalb und über die Projektregion hinaus als auch zwischen den disziplinär sehr breit aufgestellten Projektmitarbeitern gesprochen (und auch spielerisch erlebt) wurde.

Eine weitere Facette von Kommunikation war Thema beim Seminar von INOLA. In München ging es um strategische Kommunikation mit Energiewende-Akteuren aus der Projektregion. Dabei wurde nicht nur über sie gesprochen, sondern sie kamen selbst zur Sprache. Die sehr offene Atmosphäre erlaubte interessante Einblicke in deren Tagesgeschäft und strategische Überlegungen – und es wurde auch klar, warum Leitfäden nicht immer die beste Lösung für die Kommunikation von Projektergebnissen sind.

Kommunikation war also das dominante Thema der bisherigen Seminare – aber immer mit einem anderen Fokus. Damit waren die Projekte sehr nah an den typischen Herausforderungen transdisziplinärer Projekte in dieser Phase. Doch gerade in Diskussionen in kleinerer Runde wurde deutlich, dass die Ursachen für diese Herausforderungen in den Gruppen sehr unterschiedlich sein können. Die speziellen kommunikativen Herausforderungen hängen am Charakter der Projektregionen, an der Offenheit der eigenen Forschungsfragen, an der Größe der Innovationsgruppen (sowohl personell aus auch die räumliche Distanz) oder auch an Details ihrer transdisziplinären Zusammensetzung. Das begleitende Thema auch der Seminare ist der Begriff der Innovation, denn er ist kaum umrissen und erzeugt Unsicherheit. In den folgenden Seminaren und auch den Unterstützungsleistungen durch das Begleitvorhaben wird dieses Thema einen prominenteren Platz bekommen.

Text: Christian Eismann (inter 3)

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Neues in Sachen Innovationskonzept

Jede Innovationsgruppe legt zum Ende ihrer Laufzeit ein sogenanntes Innovationskonzept vor, aus dem hervorgeht, wie sich die erarbeiteten Innovationen in der eigenen Projektregion verstetigen können und wie sie in andere Regionen oder Bereiche diffundieren können. Gegenwärtig haben drei Innovationsgruppen – INOLA, render und stadt PARTHE land – einen Bericht zum Stand ihrer Arbeiten am Innovationskonzept verfasst, weitere werden folgen.

Beobachtungen aus den Coachings des Begleitvorhabens zeigen, dass die Innovationskonzepte kontinuierlich entwickelt werden. Während einige Elemente schon zu einem frühen Zeitpunkt als sehr sicher galten, bleiben andere Elemente weitgehend offen. Für eine systematische Analyse und entsprechende Aussagen ist es aber noch deutlich zu früh. Den Innovationsgruppen hilft der Bericht aber, einmal zurückzublicken und festzuhalten, was bisher schon erreicht wurde – und das entpuppt sich dann als eine ganze Menge. 

Text: Christian Eismann (inter 3)

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Die Innovationsgruppen neu präsentiert: Ankündigung einer digitalen Wissensplattform zur Fördermaßnahme

Das wissenschaftliche Begleitvorhaben wird in Zusammenarbeit mit dem Projektträger Jülich im Laufe des Jahres 2017 an einer neuen webbasierten Präsentationsplattform arbeiten, die an die bisherige Webseite andockt und die Themen und (Zwischen-)Ergebnisse der Fördermaßnahme auf anschauliche und nutzerfreundliche Weise präsentieren soll.

Zu diesem Zweck wird die Expertise einer spezialisierten Agentur hinzugezogen, die die neue „Wissensplattform“ technisch und designseitig umsetzen und zugleich konzeptionell unterstützen soll. Das wissenschaftliche Begleitvorhaben wird das Projekt koordinieren.  Die Wissensplattform soll pünktlich zur Statuskonferenz (siehe Meldung) fertiggestellt sein.

Die Innovationsgruppen und ihre Ergebnisse stehen im Vordergrund und werden multimedial und leicht verständlich in Szene gesetzt. Dabei sollen nicht nur herkömmliche Forschungsresultate präsentiert werden;  wahrgenommene „Wirkungen der Projekte in die Region“ spielen eine wichtige Rolle, ebenso wie die Akteure, die hinter den Projekten stehen und die Innovationen vorantreiben.

Um die Wissensplattform mit Leben zu füllen, wird das Begleitvorhaben die Innovationsgruppen durch den „Blick von außen“ dabei unterstützen, außenwirksame Inhalte, Themen und Ergebnisse zu identifizieren. Dabei wollen wir die Kreativität der Innovationsgruppen nutzen und hauptsächlich als kommunikative Schnittstelle zwischen den Innovationsgruppen und der Agentur fungieren. Wichtiges Ziel für das Begleitvorhaben ist es hierbei, den Arbeitsaufwand für die Innovationsgruppen möglichst gering zu halten. Selbstverständlich können die gemeinsam erarbeiteten Bausteine für die Wissensplattform von den Innovationsgruppen für die Außendarstellung genutzt werden.
Weitere Informationen zu Konzept, Design und den voraussichtlichen Arbeitsaufwand gehen den Innovationsgruppen dann in den kommenden Wochen zu.  

Rückfragen und Anregungen können Sie gern an Sebastian Rogga richten: sebastian.rogga@zalfgasd221.de, (033432) 82 403

Text: Sebastian Rogga (ZALF e.V.)

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4. Lesestoff: Der „Integration and Implementation Insights“ Wissenschaftsblog – www.i2sinsights.org

Wissenschaftsblogs scheinen nach einer kurzen Phase des „Hypes“ als einem alternativen Kommunikationsinstrument für wissenschaftliche Themen wieder etwas ins Hintertreffen zu geraten. Dabei eignen sich Blogs hervorragend, um Themen zu bespielen, die für die Wissenschaftscommunity zwar interessant, aber nicht gleich „publikationswürdig“ im herkömmlichen Sinn sind. Der von Prof. Gabriele Bammer (Australian National University) initiierte Blog „Integration and Implementation Insights“ ist hierfür ein hervorragendes Beispiel für alle, die sich mit integrativer Forschung befassen. Wir haben Frau Bammer gefragt, ob sie in wenigen Zeilen beschreiben kann, was den Blog lesenswert macht:

Are you interested in looking across the boundaries of your own expertise to see what methods others use to address complex socio-environmental problems? Do you use concepts or methods that others might be interested in? Then check-out the Integration and Implementation Insights blog (http://I2Insights.org).

The I2Insights blog aims to make it easy for researchers to look outside the boundaries of their own expertise for useful ways others have developed to:

  • identify and synthesise diverse knowledge
  • understand and manage what we do not and cannot know
  • engage policy makers and practitioners to implement research findings.

At one year old with more than 100 contributions under its belt, the blog is proud to have had contributors from 20 countries, covering modelling, research implementation, change, inter- and transdisciplinarity, co-creation, collaboration, stakeholders, communication, unknowns and more. The blog also covers how higher education can better prepare the next generation to deal with complex real-world problems.

Blog posts aim to be easy for busy people to read quickly, with pointers to where to follow-up if the message strikes a chord. Think of them as an academic amuse bouche, designed to stimulate the appetite to find out more. Blog posts are published twice each week and you can receive notifications straight to your e-mail mailbox.

If you’d like to contribute, contact Gabriele.Bammer@anu.edugasd221.au.

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5. Medienecho

>> 23/11/2016 +++ APV-RESOLA +++  Acker für PV-Pioniere  
>> 16/12/2016 +++ AUFWERTEN +++ 5. Forum Agroforstsysteme Standortbestimmung mit Gewinn
>> 06/12/2016 +++ AUFWERTEN +++ Lausitzer Rundschau (06.12.2016)
>> 17/11/2016 +++ AUFWERTEN +++ Lausitzer Rundschau (17.11.2016)
>> 15/11/2016 +++ AUFWERTEN +++ Lausitzer Rundschau (15.11.2016)
>> 18/01/2017 +++ EnAHRgie +++ Nicht ohne Windkraft
>> 11/01/2017 +++ EnAHRgie +++ Calvarienberg-Schüler informierten sich über EnAHRgie
>> 22/11/2016 +++ REGIOBRANDING +++ Focus Online (22.11.2016)
>> 21/11/2016 +++ REGIOBRANDING +++ HL-live.de (21.11.2016)
>> 24/11/2016 +++ UrbanRural SOLUTIONS +++ Harz Kurier (24.11.2016)
>> 22/11/2016 +++ UrbanRural SOLUTIONS +++ Focus online (22.11.2016)

Weitere Pressemitteilungen finden Sie in unserem Pressespiegel.

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6. Publikationen

Institut für Umweltplanung (Hrsg., 2016): Aufgewühlt - Die Griese Gegend in Aufruhr. Ein Landschaftskrimi aus dem Institut für Umweltplanung der Leibniz Universität Hannover, Autoren: M. Ahrens, V. Akimova, L. Berger, J. Bernhardt, T. Brinkmann, K. Fehrecke, A. Postel, F. Stöckmann. Gedruckt im Selbstverlag IUP, Hannover, ISBN 978-3-00-054621-1.

Schaffert, M.; Steensen, T. (2017): Land Cover Changes in Northern Germany between 1990 and 2000 – An East-West Perspective. A study based on CORINE Land Cover data, Hepperle E., Dixon-Gough R., Mansberger R., Paulsson J., Hernik J., Kalbro T. (Hrsg.): Land ownership and Land use development: The Integration of Past, Present, and Future in Spatial Planning and Land Management Policies (EALD-Series), Zürich, http://vdf.ch/land-ownership-and-land-use-development.html

Schröder, J.; Carta, M.; Ferretti, M.; Lino, B. (eds., 2017): Territories -Rural-urban Strategies. Jovis Verlag. https://www.jovis.de/en/books/details/product/territories-rural-urban-strategies.html 

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7. Ausschreibungen

Förderrichtlinie „Stadt-Land-Plus“

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Gegenstand der Bekanntmachung ist die Förderung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten mit dem Ziel, durch Stärkung der Stadt-Land-Beziehungen eine integrierte nachhaltige Entwicklung von Regionen zu erreichen. Unter ­Berücksichtigung der Interessen von Städten, städtischem Umland und ländlichen Räumen soll ein effizientes, ressourcenschonendes Landmanagement auf regionaler Ebene verwirklicht werden.

Projektvorschläge können bis zum 31. März 2017 zunächst als begutachtungsfähige Projektskizzen über das elektronische Antragssystem "pt-outline" in deutscher Sprache eingereicht werden. mehr

Förderrichtlinie "Transformations to Sustainability"  (T2S)

Belmont Forum Collaborative Research Action (CRA) in Kooperation mit dem NORFACE-Netzwerk (New Opportunities for Research Funding Agency Cooperation in Europe) und dem International Social Science Council (ISSC)

In der vorliegenden Bekanntmachung werden ausgewählte transnationale Verbundvorhaben im Bereich der angewandten Forschung gefördert. Die Projekte sollen von Sozial-/Geisteswissenschaftlern geleitet werden. Sie sollen nicht auf die Entwicklung und Demonstration technologischer Innovationen, sondern auf die Verbesserung unseres Verständnisses gesellschaftlicher Aspekte der Transformation in Bezug auf Nachhaltigkeit ausgerichtet sein. Ziel ist die Förderung von Forschungsprojekten, die neue Erkenntnisse darüber erbringen, wie die Transformation der Gesellschaft in Richtung Nachhaltigkeit gelingen kann. mehr

Forschungspreis Transformative Wissenschaft

gefördert durch die Zempelin-Stiftung im Stifterverband

Der Forschungspreis "Transformative Wissenschaft" zielt auf alle Formen von Wissenschaft, die gesellschaftliche Impulse auslösen und befördern. Dabei sollen alle Formen transformativer Wissenschaft Berücksichtigung finden: von die Zivilgesellschaft einbeziehende, transdisziplinäre Forschungsdesigns, unterschiedliche Formen von Bürgerwissenschaft bis hin zu die gesellschaftliche Debatten anregenden Formen der Wissenschaft. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert und kann sowohl einer Einzelpersönlichkeit als auch einem Forschungsteam zuerkannt werden. mehr

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8. Termine

Transformationen. Zum Wandel gesellschaftlicher Naturverhältnisse
28.03.-29.03.2017 in Flensburg

Die Tagung nimmt sozial-ökologische Transformationsprozesse in Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft in den Blick, und anhand historischer Wandlungsprozesse werden mögliche Entwicklungslinien und Gestaltungsszenarien für künftige Transformationen diskutiert. Ziel ist es, die Wahrnehmung für verschiedene Dimensionen dessen zu schärfen, was sich in vergangenen Transformationsprozessen in den westlich orientierten Gesellschaften bereits fundamental geändert hat.
http://www.uni-flensburg.de/nec/tagung/

 

„Das Recht der Energiewende“
31.03.2017  in Würzburg

Julius-Maximilians-Universität Würzburg; Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Europarecht
Im Fokus der Veranstaltung stehen die jüngsten Reformen des energierechtlichen Regelungsrahmens.
Anmeldung bis zum 20.3.2017
http://www.jura.uni-wuerzburg.de/tagung_energiewende

 

Water, soil and waste: Dresden Nexus Conference 2017
17.- 19.05.2017 in Dresden

The Dresden Nexus Conference is a platform developed to advance the sustainable development agenda by bringer actors together who apply a Nexus Approach to resource management.
www.dresden-nexus-conference.org

 

New rural geographies in Europe: actors, processes, policies
14.- 17.06.2017  in  Braunschweig

Arbeitskreis Ländlicher Raum in der Dt. Gesellschaft für Geographie (DGfG) &  Johann Heinrich von Thünen Institut, Braunschweig
The conference will address a wide range of topics relevant to the social development of rural areas
in Europe, such as rurality and ruralism, social inequalities and regional disparities, multi-level governance, top-down policies and bottom-up activities, demographic changes, actors and conflicts of landscape change, gender issues as well maintenance and transformation of welfare services.
www.ruralgeo2017.de

International Transdisciplinary Conference 2017
11.-15.9.2017 in Lüneburg

Leuphana University Lüneburg
The overall objective of the conference is to strengthen communities of transdisciplinary research and education, and to create visibility for theoretical, empirical and transformative advances/results.
http://www.leuphana.de/zentren/methodenzentrum/konferenzen-veranstaltungen/itd-conference-2017.html

Call for contributions (Ende): 10.03.2017

 

DEBATING THE LANDSCAPE. Didactical issues, learning processes, training.

25.-27.10.2017 in Genf
High School of Landscape, Engineering and Architecture (HEPIA)

This symposium is meant for students, teachers, trainers, teacher-researchers, researchers, landscape actors involved in training and those interested in issues concerning the landscape. The symposium’s main objective is to bring together actors from disparate spheres that rarely intersect (…)
http://www.unige.ch/portail-didactique-paysage/

 

SAVE THE DATE: Statuskonferenz der Innovationsgruppen

04.-05.12.2017 in Berlin 

 

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Impressum

 

Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) Müncheberg e.V.

eingetragen im Vereinsregister VR 35 35 FF, Kreisgericht Strausberg

Prof. Dr. Frank Ewert | Wissenschaftlicher Direktor

Cornelia Braun-Becker | Verwaltungsdirektorin

 

Haftung:

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Kontakt:

Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung e.V. (ZALF) Müncheberg

Eberswalder Straße 84

D - 15374 Müncheberg

innovationsgruppen@zalf.de

+49 (0) 33432-82 403 

 

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