Anmeldung für die Arbeitsgruppen

An beiden Tagen der Statuskonferenz finden Arbeitsgruppen zu acht Leitthemen statt. Sie alle greifen Aspekte der Frage auf, wie ein Nachhaltiges Landmanagement erfolgversprechend konzipiert und umgesetzt werden kann. Die Themen sind innovationsgruppenübergreifend angelegt, um in einen Austausch zu Erkenntnissen und Erfahrungen über alle Projekte hinweg zu kommen.

Je Thema gibt es eine Arbeitsgruppe, die sich an beiden Tagen zusammenfindet und moderiert wird. Während es am Montag darum geht, Aspekte des Leitthemas zusammenzutragen und konzeptionell im nachhaltigen Landmanagement zu verorten, soll am Dienstag über erfahrungsbasierte praktische Tipps und Tricks in der Umsetzung von Landmanagement-Lösungen diskutiert und sich ausgetauscht werden. Die beiden Sitzungen bauen somit aufeinander auf, ein Wechsel zwischen Arbeitsgruppen ist daher nicht möglich.

Wir bitten Sie:

  • sich für EINE Arbeitsgruppen anzumelden, an der Sie an beiden Tagen teilnehmen möchten, und
  • eine ZWEITE alternative Arbeitsgruppen auszuwählen, an der Sie ebenso Interesse hätten.

Wir versuchen, Ihren Erstwunsch zu berücksichtigen!

Eine kurze Erläuterung der Arbeitsgruppeninhalte erhalten Sie weiter unten.

Worum geht es in den einzelnen Arbeitsgruppen?

  1. Neue Bilder, neue Erzählungen schaffen

    • Bilder und Erzählungen können komplexe Lagen konkret und plastisch und damit einer Debatte leichter zugänglich machen – ist das tatsächlich so? Worauf kommt es an?
    • Bilder können sein: Reale Bilder wie Demonstrationsanlagen und Demonstrationsflächen, virtuelle Bilder wie GIS-Darstellungen und -Simulationen, Grafiken wie Glückskarten etc.
    • Erzählungen können echte Erzählungen im Sinne von Geschichten sein, fachliche Erzählungen wie Exkursionsführer, systematische Erzählungen wie Szenarios.

  2. Miteinander reden

    • Verschiedene Menschen über Institutionen und Organisationen, Unternehmen und Branchen hinweg miteinander ins Gespräch zu bringen, ist für die Bearbeitung und Lösung komplexer Landmanagement-Probleme grundlegend.
    • Dafür gibt es viele Wege und Formate: Szenarios als Diskursarenen, Foren/ Workshops/ Werkstätten, individuelle und informelle Gespräche – was hat sich wofür bewährt?
    • Was ist jenseits von Formaten wirklich wichtig für den Verständigungsprozess?

  3. Gemeinsame Entscheidungsgrundlagen schaffen

    • Jeder definiert das Problem anders, jedem ist ein anderes Kriterium besonders wichtig, jeder hat eigene Vorstellungen, worin die Lösung besteht.
    • Entscheidungsgrundlagen, die die unterschiedlichen Interessen und Kriterien aufgreifen und in Beziehung zueinander setzen, können Debatten versachlichen und Konflikte bearbeitbar machen. Sie sind aber unter Umständen sehr arbeitsaufwändig.
    • Daseinsvorsorgeatlas, Entwicklungsszenarios, Nachhaltigkeitsbewertungen – was geht und was ist wofür hilfreich?

  4. Land ko-produktiv nutzen

    • Land ist knapp und die Vorstellungen über die sinnvollste Landnutzung sind sehr unterschiedlich. Agrophotovoltaik, Agroforstsysteme, produktionsintegrierte Kompensation und dynamischer Naturschutz nutzen Land mehrfach.
    • Sind diese ko-produktiven Nutzungsformen wirklich praktikabel? Wann machen sie Sinn, wann nicht? Welche Anforderungen stellen sie an das Landmanagement?
    • Gibt es weitere ko-produktive Nutzungsformen, die in den Innovationsgruppen entwickelt und erprobt wurden?

  5. Unternehmer gewinnen

    • Etablierte Unternehmen können starke Treiber bei der Entwicklung und Umsetzung neuer Landmanagement-Lösungen sein – wie „kriegt“ man sie?
    • Junge Unternehmen sind häufig innovationsinteressierter, aber ihnen fehlt in der Regel Geld, Zeit, Erfahrung und Durchsetzungsfähigkeit – was geht mit ihnen?
    • Wirtschaftlichkeitsrechnungen und Geschäftsmodelle gelten als die Voraussetzung für unternehmerisches Interesse – hilft das wirklich? Und was ist darüber hinaus noch wichtig?

  6. Politik und Verwaltung konstruktiv stören

    • Neue Landmanagement-Lösungen passen häufig  nicht in geltende Rechtsordnungen und etablierte Verwaltungspraktiken – was tun?
    • Das sachlich Richtige ist nicht immer das politisch Gewollte – wie das Thema im Gespräch halten und Unterstützung mobilisieren?
    • Was, wenn alle – EU, Bund, Land, Kommune – involviert sind? Gibt es Wegweiser durch das Mehrebenensystem?

  7. Mit Pionieren arbeiten

    • Pioniere probieren neue Landmanagement-Lösungen mutig aus. Man trifft sie in allen Bereichen an: Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltung. Was können sie bewirken?
    • Pioniere sind ihrer Zeit voraus, sie müssen sich als Einzelne gegen etablierte Umgebungen behaupten – wie können sie bei der Erprobung neuer Landmanagement-Lösungen unterstützt werden?
    • Wie kann der Übergang von der Pionierphase zum professionalisierten Regelbetrieb gestaltet werden? Und was kann man von „gescheiterten“ Pionieren lernen?

  8. Regionale Landmanager einsetzen

    • Die Anbahnung, Umsetzung und Pflege kooperativer Landmanagement-Lösungen braucht in den meistens Fällen einen „Kümmerer“ respektive Landmanager.
    • Es gibt verschiedene Wege, einen solchen Kümmerer/Landmanager zu institutionalisieren: Z.B. als Netzwerk organisieren, als zivilgesellschaftliche Aufgabe aufgreifen, als staatliche oder kommunale Aufgabe etablieren – was ist wofür empfehlenswert?
    • Seine Aufgaben sind in der Regel ausufernd, seine Mittel begrenzt: Welche Aufgaben sind wirklich, wirklich wichtig? Und wer kann und muss ihn/sie finanzieren?

Was passiert mit den Ergebnissen der Arbeitsgruppe?

Im Nachgang zur Statuskonferenz wird das Wissenschaftliche Begleitvorhaben aus der Dokumentation der Arbeitsgruppen Textentwürfe erarbeiten, die letztendlich in einen Ergebnisband fließen. Gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Arbeitsgruppen werden die Texte weiterentwickelt, wobei alle Persönlichkeitsrechte gewahrt werden. Dabei übernimmt das Wissenschaftliche Begleitvorhaben sowohl die Organisation als auch die Schreibarbeit. Der Ergebnisband soll künftigen Nachhaltigen Landmanagern Erfahrungen, Instrumente, Strategien und nützliche Tipps aus der Praxis konzentriert vermitteln. Es wird keine wissenschaftliche Publikation und es werden keine wissenschaftlichen Erkenntnisse aus den Projekten veröffentlicht.

Hintergrundbild